Ricardo Guadalupe

DATUM: 20 Jan 2015
KATEGORIE: HANDWERKSKUNST
CEO von Hublot
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Ricardo Guadalupe (49) wurde am 1. Januar 2012 zum CEO von Hublot ernannt. Damit stieg er zum Nachfolger von Jean-Claude Biver auf, der jetzt als Vorstandsvorsitzender der Marke fungiert. Diese Ernennung krönt auch eine umfassende Karriere in der Schweizer Uhrenindustrie und eine 20-jährige treue Zusammenarbeit mit Jean-Claude Biver, die spektakuläre Resultate hervorgebracht hat wie die Wiederbelebung von Blancpain und den rasanten Aufschwung von Hublot, zweier Marken, die zu den großen Namen in der hohen Uhrmacherkunst aufgestiegen sind.

Ricardo Guadalupe hat spanische Wurzeln und kam am 5. März 1965 im Schweizerischen Neuenburg zur Welt. Hier, in dieser als Wiege der Schweizer Luxusuhren bekannten Region, wuchs er auf und absolvierte seine gesamte Schulausbildung. Mit der Matura in der Tasche und bereits voller Unternehmergeist schrieb er sich in einer Schweizer Business School ein, um anschließend in den USA an der University of Los Angeles (UCLA) zu studieren. 1988, mit 22 Jahren, einem US-Diplom im Gepäck und um einige Erfahrungen reicher, kehrte er in die Schweiz zurück, um seine professionelle Laufbahn in Angriff zu nehmen. Guadalupe entschied sich für die Uhrmacherei, eine Leidenschaft, die schon in seiner Kindheit in Neuenburg erwacht war.

Sein erster Arbeitgeber wurde Bulgari, wo er als Produktmanager anfing. Die Marke hatte sich bereits einen Namen gemacht, gehörte aber zu den eher kleinen Uhrmacherbetrieben in Genf. Für Guadalupe eine traumhafte Gelegenheit, sein Metier von der Pike auf zu erlernen: Kreation, Design, Fabrikation, Einkauf, Entwicklung eines Vertriebsnetzes, Marketing ... In seiner siebenjährigen Tätigkeit hier lernte er nicht nur das Produkt auf allen Ebenen kennen, sondern auch den traditionellen Aspekt der Branche und entwickelte gleichzeitig eine Sensibilität für die Ästhetik und das Design von Uhren mit jenem typischen „italienischen Touch“. Aufgrund seiner weitreichenden Erfahrung kam Ricardo Guadalupe bei der Entwicklung der zukünftigen Aktivitäten der Gruppe und ihrer strategischen Umsiedelung nach Neuenburg eine aktive Rolle zu.

1994 traf er bei einem Meeting auf Jean-Claude Biver, der ihm eine Stellung bei Blancpain anbot, einer Marke, die zwei Jahre zuvor von der Swatch Group aufgekauft worden war. Hier war Pionierarbeit angesagt, alles musste aufgebaut, wieder in Schwung gebracht werden. Guadalupe erkannte darin eine spannende Herausforderung für sein unternehmerisches Flair - und nahm den Job an. Es zahlte sich für ihn aus, denn er konnte sein technisches Know-how immens ausbauen, besonders in Bezug auf das Design, die Entwicklung und Produktion von Uhrwerken - ein Schlüsselaspekt seiner Branche. Damals begann auch die 20-jährige Zusammenarbeit und Freundschaft mit Jean-Claude Biver. 2001, nach 8 Jahren als Internationaler Leiter für Verkauf und Marketing, in denen er Umsätze von über 100 Millionen Franken erzielt hatte, verließ er Blancpain,

um der Branche seinen breitgefächerten Erfahrungsschatz in der Implementierung von Hochleistungsprinzipien und -arbeitssystemen als unabhängiger Berater zur Verfügung zu stellen, unter anderem für die Entwicklung von Léonard Uhren. Seine neue Herausforderung lautete: die Herstellung und Positionierung von Franchise Uhrenprodukten in der ihm bis dato unbekannten Welt der Mode. Unter seiner Führung kamen viele erfolgreiche Modelle in diesem wettbewerbsintensiven Sektor auf den Markt.

Als Jean-Claude Biver im Jahr 2004 die Aktivitäten von Hublot übernahm, holte er sich Ricardo Guadalupe an Bord, um sich von ihm bei dieser neuen Herausforderung unterstützen zu lassen. Die Zielsetzung war ehrgeizig: Es galt, die Marke wiederzubeleben und die Produktion von 90 % Quartzuhren wieder auf 90 % mechanische Uhren umzustellen. Guadalupe zögerte keine Sekunde. Zum damaligen Zeitpunkt erwirtschaftete die 1980 gegründete Marke gerade einmal 25 Millionen Schweizer Franken und hatte eine Belegschaft von nur rund 30 Angestellten. Was dann geschah, ist als Erfolgsstory bekannt: Jean-Claude Biver und Ricardo Guadalupe bündelten ihre Talente und brachten Hublot einen sensationellen Aufschwung.

Im April 2005, nach nur einem Jahr, gelang ihnen die Lancierung desspektakulären Chronographen Big Bang, ein perfektes Produkt getreu des Markenkonzepts von der „Kunst der Fusion“. Diese Uhr, auf der BaselWorld 2005 vorgestellt und mit dem Preis für „das beste Design des Jahres“ beim Grand Prix d'Horlogerie in Genf ausgezeichnet, war sofort ein Riesenerfolg. Es regnete geradezu Preise. Hublots Dynamik kam gewaltig ins Rollen, das Unternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum. Es waren eindeutig Jean-Claude Biver und Ricardo Guadalupe, die hinter der Wiedergeburt dieser Marke standen. Eigentlich kann man sogar von „Geburt“ sprechen, denn durch ihre gemeinsame und schier unerschöpfliche Energie steigerte das Duo den Umsatz des Unternehmens in nur 4 Jahren von 25 Millionen auf über 200 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2008, als die Marke an LVMH verkauft wurde. Auch eine neue Manufaktur entstand: Im November 2009 wurde im Beisein von Bernard Arnault die High-Tech-Fertigungseinheit in Nyon am Genfer See eingeweiht. 6000 m2 sind hier der hohen Uhrmacherkunst gewidmet, der Entwicklung, Kreation und Fertigung von Uhrwerken, z. B. der UNICO Chronograph mit seinem Säulenrad und grandiose Komplikationen mit Tourbillons, Cathedral Minute Repeatern, das Antikythera-Uhrwerk, das Key of Time-Uhrwerk und die MP-05 La Ferrari, die mit 50 Tagen Gangreserve den Autonomie-Weltrekord hält. In dem Streben, die Marke Hublot bei den Materialien technologisch an vorderster Front zu positionieren und ihren Know-how-Vorsprung zu bewahren, richtete das Unternehmen Ende 2011 eine Fertigungsanlage für die kratzfeste 18-karätige Goldlegierung Magic Gold ein. Im gleichen Jahr kaufte Hublot das Schweizer Unternehmen Profusion auf, das auf die Herstellung von Karbonfaser-Bauteilen spezialisiert ist. 2013 präsentierte Hublot als erste Uhrenmarke ein Modell aus leuchtend roter Keramik.

Die Zielorientiertheit beim Marketing von Jean-Claude Biver und Ricardo Guadalupe wird nur noch von ihrem Streben übertroffen, festgefahrene Ideen auf den Kopf zu stellen, wie ihre Strategie ansprechend illustriert: „Geh dorthin, wo potenzielle Kunden zu finden sind." Mit dieser Ideologie im Hinterkopf waren sie die ersten, die eine Luxusmarke in die Welt des Fußballs einführten. 2008 wurde Hublot „offizieller Zeitnehmer“ bei der Fußball-Europameisterschaft. 2010 erhielt die Marke den Titel als erste „offizielle Uhr“ und „offizieller Zeitnehmer“ der FIFA und der Fußballweltmeisterschaft, kurz nachdem Ferrari sie als „offizielle Uhr“ und „offiziellen Zeitnehmer“ auserkoren hatte. Zwei marketingstrategische Meisterleistungen, die Hublot weltweit ins Rampenlicht gesetzt haben.

Hublot hat auch einen exklusiven Kreis von Freunden und Botschaftern ins Leben gerufen, alles lebende Legenden auf ihrem Gebiet, mit denen die Marke Hand in Hand an verschiedenen Wohltätigkeitsprojekten arbeitet: Usain Bolt, schnellster Mann auf Erden, Bayern München, Juventus Turin, Ajax Amsterdam und Paris Saint-Germain, um nur einige Namen aus der Welt des Fußballs zu nennen, Ayrton Sennas Familie mit dem Instituto Ayrton Senna, das prestigereiche Ozeanografikmusem von Monaco unter der Präsidentschaft von seiner Majestät Albert II. vonMonaco, Dwyane Wade und das NBA Champion Miami Heat Team, Kobe Bryant mit den Los Angeles Lakers, Maria Riesch und Dario Cologna aus dem Bereich Ski, Depeche Mode und Jay Z aus der Welt der Musik ... Die Marke sponsert auch den Polo- und den Golfsport durch Teilnahme an Turnieren. „Denn die Verbindung läuft über das Teilen. Wer nicht teilt, bleibt außen vor. Wir bei Hublot hatten Glück und fühlen uns verpflichtet, den Erfolg mit anderen zu teilen.“

Unter Jean-Claude Bivers und Ricardo Guadalupes Schirmherrschaft lancierte Hublot auch als erste Luxusmarke einen Online-TV-Service (Hublot TV) und experimentiert konstant mit neuen revolutionären interaktiven Darstellungen. Auf kommerzieller Ebene ist die Anzahl der exklusiven Geschäfte und anerkannten Händler seit 2007-2008 geradezu explodiert. Heute existieren weltweit 750 Verkaufsstellen und über 70 exklusive Ladengeschäfte an einigen der prestigereichsten Adressen der Welt (Genf, Place Vendôme in Paris, Madison Avenue in New York, Miami, Beverly Hills, Las Vegas, Cannes, Saint Tropez, London, Berlin, München, Moskau, Warschau, Prag, Singapur, Shanghai, Beijing, Hong Kong, Ginza, Dubai, Abu Dhabi, Kuala Lumpur ...)

Fest in der Gegenwart verankert und immer auf der Suche nach neuen Technologien und innovativen Materialien bleibt Hublot seinen Traditionen treu und fertigt edle Zeitmesser, die das Talent der kunstfertigsten Uhrmachermeister widerspiegeln. So repräsentiert die Marke die Kunst der Fusion zwischen Uhrmacher-Kultur und fortschrittlichsten technischen Entwicklungen, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wie Hublot Vorstandsvorsitzender Jean-Claude Biver und Hublot CEO Ricardo Guadalupe es ausdrücken „Wir brechen nicht mit der Vergangenheit. Im Gegenteil: Wir zollen ihr Tribut, indem wir sie mit der Zukunft verbinden.“

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